Wiederansiedlung des Edelkrebses nach Renaturierung des Ohligsbaches auf dem Bietzerberg

Die einheimischen Flusskrebsarten „Edel-“ und „Steinkrebs“ besiedelten bis Mitte des 19. Jahrhunderts unsere Gewässer, als mit der Ansiedlung des Nordamerikanischen Flusskrebses die Krebspest in Europa aufkam. Gegen diese Krankheit selbst immun, stellte sich der Nordamerikanische Flusskrebs als deren stiller Überträger heraus. Die Krebspest dezimierte den Bestand an einheimischen Flusskrebsen derart, dass einwandernde Arten die einheimischen Arten verdrängen konnten. Um die wenigen verbliebenen Vorkommen der einheimischen Krebsarten optimal zu schützen, startete das saarländische Umweltministerium gemeinsam mit dem Fischereiverband Saar bereits im Jahr 1997 ein Artenhilfsprogramm. Im Rahmen dieses Artenschutzprogramms konnte der Fischereiverband Saar im Jahr 2001 durch die finanzielle Unterstützung des Ministeriums für Umwelt und der Saarland Sporttoto GmbH ein "Edelkrebsbiotop" mit einem autochthonen Edelkrebsbestand anlegen mit dem Ziel eine Keimzelle zur Wiederbesiedelung geeigneter Gewässer für das ganze Land zu schaffen. In den vergangenen Jahren erfolgten landesweit in geeigneten Gewässern erfolgreiche Neu- und Wiederansiedlungen mit Edelkrebsen.

 

Auf Initiative des Angelsportverein Bietzerberg e.V. führte der Fischereiverband Saar im Sommer 2010 Eignungsuntersuchungen im Ohligsbach durch. In der anschließenden Erprobungsphase wurden zunächst 30 Edelkrebsexemplare im Mühlental ausgesetzt. Am 08.09.2011 konnten nunmehr weitere 160 geschlechtsreife Exemplare im wieder durchgängigen Bachlauf ausgesetzt werden.

 

Ähnlich wie beim Steinkrebs sind die Scheren der männlichen Edelkrebse recht kräftig. Durch die unterschiedliche Farbe der Scherenunterseite lassen sich die beiden Arten jedoch leicht unterscheiden. Sie ist beim Steinkrebs hellgrau bis weißbraun, beim Edelkrebs dagegen dunkelrot.

 

Fischwirtschaftmeister Marko Röse, Vizepräsident Andreas Schneiderlöchner und Arno Kammer (Vorstandsmitglied des ASV Bietzerberg e.V.) fanden tatkräftige Unterstützung beim Aussetzen der Edelkrebse. Die herbeigeeilten Kinder informierten sich und hatten sichtlich ihren Spaß: